Wissenswertes über die Mindestprofiltiefe von Motorradreifen

Die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe von Motorradreifen beträgt in Deutschland 1,6mm.

„StVZO §36 (2) ……Das Hauptprofil muss am ganzen Umfang eine Profiltiefe von mindestens 1,6mm aufweisen; als Hauptprofil gelten dabei die breiten Profilrillen im mittleren Bereich der Lauffläche, der etwa ¾ der Lauffläche einnimmt. Jedoch genügt bei Fahrrädern mit Hilfsmotor, Kleinkrafträdern und Leichtkrafträdern eine Profiltiefe von mindestens 1mm.“

Bei Grenzfällen bezüglich der Definition „…etwa ¾ der Lauffläche….“ kann vom Hersteller des Reifens die Information angefordert werden in welchen Rillen und an welcher Stelle exakt gemessen werden muss. In der Regel sind dies jedoch die Profilrillen, in denen sich sogenannte TWIs (= tread wear indicator) befinden. Die TWIs sind kleine Erhebungen in den Profilrillen. Gemessen wird üblicher Weise unmittelbar neben den TWIs.
Bei PKW-Reifen weisen diese TWIs eine Höhe von 1,6mm auf, so dass hier schnell erkannt werden kann wenn ein PKW-Reifen die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe unterschritten hat. Dies ist der Fall wenn sich der TWI auf derselben Höhe wie das Restprofil befindet.

Bei Motorradreifen hingegen weisen die TWIs in der Regel nur eine Höhe von 0,8mm auf, obwohl die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe 1,6 mm (in Deutschland) beträgt!
Das heißt, dass Motorradreifen die bis zur Höhe der TWIs abgefahren sind, die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe bereits um 0,8mm unterschritten haben.


Laut Bußgeldkatalog 2014 sind für das unterschreiten der Mindestprofiltiefe ein Bußgeld von 50.-€ sowie 3 Punkte im Verkehrszentralregister fällig.